Kreative Keksnotes: Das Piratenschiff

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Seit Tagen scheppern die Piratenlieder aus dem Kinderzimmer. Der Rest der Ausrüstung für den kleinen Piraten fehlt noch, aber der Geburtstag des Jungen jährt sich bald zum dritten Mal. Da soll dann ergänzt werden. Natürlich gibt’s nicht anderes zu planen als einen ordentlichen Piratengeburtstag.

Mama kümmert sich um die Einladung und die Dinge, die man bei amazon bestellen kann (Augenklappen, Piratenservietten, -becher und – strohhalme), und hat so auf die Schnelle ihren nicht unerheblichen Teil zur Vorbereitung der Feier beigetragen. Für mich bleibt die Arbeit, aber in erster Linie der Spaß, mich um den passenden Kuchen zu kümmern.

Ich startete schon am Tag vor der Feier mit der Herstellung blauen Wackelpuddings als Meer für den Piratenschiffkuchen.

Zutaten für den Wackelpudding

  • 250 ml Monin Sirup Curacao Blau
  • 750 ml Wasser
  • 2 Beutel Agartine

Ich habe den Sirup soweit verdünnt, dass eine schöne blaue Farbe entstand und mit der Agartine aufkochen lassen.

In einer Auflaufform mit der Kuchenform als Platzhalter für den späteren Kuchen ließ ich den Wackelpudding über Nacht abkühlen und fest werden. Das ging erstaunlich schnell und wäre nicht zwingend über Nacht erforderlich gewesen.

Drei Tipps aus der Praxis

  1. Die Kuchenform sollte etwas beschwert werden um weitestgehend zu verhindern, dass Wackelpudding unter die Form fließt
  2. Verwende eine weiße Form als becken – das bringt das blaue Wasser besser zur Geltung!
  3. Falls vorhanden verwende als becken eine Form mit flachem Rand, damit das Schiff später besser (als bei mir) zu sehen ist.

Am folgenden Tag, am Morgen des Piratengeburtstags, brauchte ich ca. 3 Stunden für die Herstellung des eigentlichen Schiffs. Die Zeit lässt sich sicher um einige Minuten verkürzen indem man die Arbeit besser strukturiert und bei der Zubereitung etwas weniger twittert, aber 2,5 Stunden muss man für backen, abkühlen und verzieren durchaus einplanen.

Den Rumpf des Schiffs bildet ein einfacher Marmorkuchen aus einer Kastenform. Wahrscheinlich hätten auch 2/3 des Teiges ausgereicht, aber versprechen kann ich das nicht.

Zutaten für den Marmorkuchen

  • 400 g Zucker
  • 1Päckchen Vanillezucker
  • 4 Eier
  • 250 g Butter
  • 500 g Mehl
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 3 EL „echtes“ Kakaopulver
  • Milch
  • Fett für die Form

Den Backofen schon jetzt vorheizen, da die Zubereitung des Kuchens wirklich schnell geht.

  1. Zuerst werden die Eier, der Zucker und der Vanillezucker (ich nehme fast immer Vanillin) in einer Rührschüssel mit einem Handrührgerät schaumig geschlagen.
  2. Die Butter sollte richtig weich sein und kann ruhig ~30 Sekunden in der Mikrowelle angewärmt werden bevor sie zur Zucker-Ei-Masse gerührt wird.
  3. Jetzt werden Mehl und Backpulver unter die Masse gerührt. Zuletzt etwas Milch zugeben, so dass ein zähflüssiger Teig entsteht.
  4. Die Kastenform einfetten und mit Paniermehl bestreuen. Den zweiten Punkt vernachlässige ich häufig und bisher hatte ich noch keine Probleme, aber einfetten wird groß geschrieben!
  5. Eine Hälfte des Teiges in die Form geben, die andere Hälfte mit dem Kakaopulver und wiederum etwas Milch zu einem dunklen Teig vermengen.
  6. Den dunklen Teig auf den hellen in die Form geben und mit einer Gabel spiralförmig unterrühren um die gewünschte Marmorierung zu erhalten.
  7. Den Kuchen bei 170°C Heißluft ca. 60 Minuten backen.
  8. Durch einstechen eines Spießes oder Messers testen, ob der Kuchen durchgebacken ist. Bleibt nichts am Messer kleben, ist der Kuchen fertig.
  9. Den Kuchen kurz in der Form abkühlen lassen und dann auf ein Rost stürzen.

Zutaten zum Verzieren des Piratenkuchens

  • 3 Milky Way Crispy Rolls (oder After Eight Sticks oder Gebäckröllchen oder…)
  • 125 g Kuchenglasur helle Schokolade
  • Schokolinsen
  • Mikado-Sticks
  • Fruchtgummihaie
  • Strohhalme oder Schaschlikspieße
  • Papier mit Piratenmotiv
  • Piratenfiguren

Nachdem der Kuchen etwas abgekühlt war, schnitt ich an der Oberseite mit einem Brotmesser die Rundung ab und drehte den Kuchen mit dem eigentlichen Boden nach oben um ein möglichst ebenes Deck zu schaffen. Den Bug des Schiffs habe ich ein wenig spitz zugeschnitten.

Bevor der komplette Schiffsrumpf mit Schokoglasur lackiert wurde, habe ich, sowohl Backbord als auch Steuerbord, je drei Kanonenrohre aus MilkyWay Crispy Rolls ins Schiff gesteckt. Es empfiehlt sich Löcher für die Kanonen zu bohren bevor sie eingesteckt werden. Die festere Außenwand wird so nicht durch drücken unnötig belastet und bleibt auf diese Weise stabil.

Die mit einem Silikonpinsel aufgetragene Glasur nutze ich auch um die Bullaugen aus Smarties und die Reling (aus Mikado-Sticks) zu befestigen. Es gestaltete sich schwerer als ich dachte den richtigen Zeitpunkt zwischen „Glasur ist noch zu weich“ (Smarties rutschen runter bzw. fallen ab) und „Glasur ist schon zu fest“ (Smarties kleben gar nicht mehr) abzupassen.

Am Ende war die ganze Glasur-Aktion eine ziemliche Schmiererei (auch weil ich etwas hektisch wurde – der Kuchen sollte ja bevor die Gäste kamen fertig sein) die jedoch zum gewünschten Erfolg führte.

Zum Abschluss befestigte ich Segel aus Papier an Strohhalmen und drückte einen Anker in den Bug des Schiffs.

Die Zeit für die Überführung des Schiffs aus der Werft ins vorbereitete Meer war gekommen. So gut der Kuchen vorher auch aussah,in der unbekrümelten und unbetropften Form sah er dann noch viel besser aus.

Zum Abschluss stellte ich zwei Playmobil-Piraten an Deck und verteilte Gummi-Haie auf dem Meer ums Schiff herum. Fertig.

Bei den Gästen, Erwachsenen wie Kindern, kam der Kuchen optisch sehr gut an.

Geschmacklich ist es halt „nur“ ein einfacher Marmorkuchen, der jedoch auch, mit allem Süßkram drumherum, restlos verputzt wurde.

Allein der Wackelpudding blieb übrig. Einige wenige verwegene Piraten trauten sich zwar zu probieren, beließen es aber völlig zu Recht bei einem kleinen Löffel voll. Er sieht zwar wunderbar aus, stellt sich aber, wie zu erwarten war, als ungenießbar heraus.

Die Fotogalerie

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